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Metamorphosen
Silke Helmerdig, Stefanos Pavlakis, Jens Schünemann, Sabine Wild
Ausstellung vom 02.09.2022 – 01.10.2022

Part 1 (analog): Silke Helmerdig und Jens Schünemann

Silke Helmerdig und Jens Schünemann zeigen eine interaktiv-performative Projektion zweier Serien analoger Diapositive auf beide Seiten einer halbtransparenten, frei im Raum stehenden Leinwand. Der Takt der Serie ist vorgegeben, aber Sensoren stören die Abfolge der Projektion: Sie reagieren auf Bewegung, indem sie sich in den Projektionstakt einschalten. So entstehen aus zwei Reihen von Bildern immer wieder neue, sich nie wiederholende Komposita – eine sich immer wieder neu fortsetzende Reihe von Metamorphosen, selbst immerwährender Metamorphose unterworfen.

Part II (digital): Stefanos Pavlakis und Sabine Wild

Stefanos Pavlakis und Sabine Wild präsentieren Fotografien des Bergmassivs „Horseshoebend“ im Grand Canyon, USA, die sie sich aus fotografischen Onlinearchiven angeeignet haben. Über 670.000 Mal (Stand Februar 2022) wurde das landschaftliche Motiv „Horseshoebend“ von Besucher*innen abgelichtet und ins Netz gestellt. Pavlakis und Wild beschäftigt der Schnittpunkt zwischen Individualität und populärer Bildsprache, der Suche nach Erhabenheit im Kontext einer millionenfach fotografierten ikonischen Landschaft.

 

 


Mario Dollinger und Sabine Wild
Himmel und Fleisch

Ausstellung vom 07.10.2022 – 12.11.2022

 

Abbildung: links © Mario Dollinger, rechts © Sabine Wild


 

Voraussichtlich im Winter 2022

Stefanos Pavlakis:
MATERIAL CITIES: [CORRUGATED]

Built on several hills hosting three million people, Antananarivo, the capital of Madagascar, abruptly transitions into rice fields on all sides. The city is defined by two materials: mud bricks and corrugated steel. Countless corrugated steel and aluminum fences weave their way throughout the capital and its outskirts. The material itself is relatively cheap and locally produced, thus is used for everything, from fencing for construction sites and barriers to close off roads or keep the public off of private property, to an all-purpose construction material used to seal unbuilt houses, to designate fields and stables and to protect urban farmland or sacred sites.

When it rains, the water falls onto the wavy steel roofs making the city sound like one huge industrial instrument. Material Cities is meant as a playful homage to Object Oriented Ontology, a vein of philosophy that holds that Western thought has been calibrated by an exclusive focus on human life, with severe implications for understanding our species’ dependencies on other life forms and on inorganic matter. What if mundane materials were enigmatic forces?

MATERIAL CITIES: [CORRUGATED]

Erbaut auf mehreren Hügeln, die drei Millionen Menschen beherbergen, geht Antananarivo, die Hauptstadt von Madagaskar, zu allen Seiten abrupt in Reisfelder über. Zwei Materialien prägen die Stadt: Lehmziegel und Wellblech. Unzählige Wellblech- und Aluminiumzäune ziehen sich durch die Hauptstadt und ihre Außenbezirke. Das Material selbst ist relativ billig und wird vor Ort hergestellt, daher wird es für alles verwendet: von der Umzäunung von Baustellen und Barrieren, um Straßen abzusperren oder die Öffentlichkeit von Privatgrundstücken fernzuhalten, bis hin zu einem Allzweck-Baumaterial, das verwendet wird, um ungebaute Häuser abzudichten, Felder und Ställe zu kennzeichnen und städtisches Ackerland oder heilige Stätten zu schützen.
Wenn es regnet, fällt das Wasser auf die gewellten Stahldächer und lässt die Stadt wie ein einziges riesiges industrielles Instrument ertönen.
Material Cities ist eine spielerische Hommage an die objektorientierte Ontologie, eine Richtung der Philosophie, die davon ausgeht, dass das westliche Denken durch den ausschließlichen Fokus auf das menschliche Leben kalibriert wurde, was schwerwiegende Folgen für das Verständnis der Abhängigkeiten unserer Spezies von anderen Lebensformen und anorganischer Materie hat.
Was wäre, wenn alltägliche Materialien rätselhafte Kräfte wären?

Stefanos Pavlakis 2020

 


Voraussichtlich Anfang 2023

Angela Bröhan
Konstruktion – Dekonstruktion
Architekturcollagen

 

© Angela Bröhan